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Historie

Die SektionTölz des Deutschen Alpenvereins stellt sich vor:

Aus dem „Turner-Alpenclub“ hervorgegangen, blickt die im Jahr 1881 gegründete Sektion Tölz des Deutschen Alpenvereins nicht nur auf eine lange Vereinsgeschichte zurück, sondern auch auf ein abwechslungsreiches, lebendiges Vereinsleben, das seit jeher eine Vielzahl alpinsportlicher Spielarten in sich vereint.

Heute kaum mehr vorstellbar ist der Eifer, mit dem die Berge rund um den Isarwinkel (und darüber hinaus) in den ersten Jahren der Vereinsexistenz erschlossen wurden. Die 1882 auf dem Zwiesel errichtete Windhütte war, wenn man so will, die erste von Sektionsmitgliedern erbaute Hütte – das Vereinsleben spielte sich mitunter auch auf der unterhalb gelegenen Zwiesel-Alm ab. „Wenn früh der Gockel kraht, Und a frisch’s Lüfterl waht, Steig‘ i auf d’Zwieselalm, Da thuats mir gar so g’falln“ dichtete Kassier Anton Krettner in seinem Singspiel „Auf der Zwieselalm“.

Im Juni 1922 erfolgte die Grundsteinlegung, 1924 schließlich die Einweihung der Tölzer Hütte am Schafreiter im Karwendel, nach wie vor der ganze Stolz der Sektion. Nur wenige Meter hinter der bayrisch-tirolerischen Grenze gelegen, musste die auf 1.825 Metern Höhe erbaute Hütte in den Kriegswirren einiges über sich ergehen lassen. Umso schöner, als in den frühen 50er Jahren die Grenzrestriktionen aufgehoben wurden und wieder Leben auf der Hütte einkehrte.

1923 fand die 49. Hauptversammlung des damals noch Deutschen und Österreichischen Alpenvereins in Tölz statt. Mit den Tölzer Richtlinien wurde ein Papier beschlossen, dass den Neubau von Hütten und Wegen regelte und auch knapp 100 Jahre später nichts an Aktualität eingebüßt hat. „Im alpinen Ödland sollten keine komfortablen Berggasthäuser entstehen, sondern nur spartanisch ausgestattete „Schutzhütten“ – ganz auf die Bedürfnisse von Bergsteigern zugeschnitten. Unnötiger Luxus sollte zurückgebaut, Nichtbergsteiger abgeschreckt werden,“ schrieb der Tölzer Kurier über die Richtlinien.   

„Eine Materialseilbahn ist doch Standard!“ mögen manche meinen. Und doch ist es nur dem langjährigen Landrat und damaligen Vereinsvorsitzenden Dr. Otmar Huber zu verdanken, dass es mit dem Neubau der Materialseilbahn auf die Tölzer Hütte im Jahr 1969 gegen den Widerstand von Jagdpächtern nach sieben Jahren zähen Ringens endlich geklappt hat. Ein Meilenstein in der Sektionsgeschichte, überwindet die Seilbahn doch knapp 1.000 Höhenmeter und erleichtert den Transport von Verpflegung und Material nach wie vor ungemein!

Dass neben Kletter-, Hochtouren- und Senioren- auch Familiengruppen einen so großen Zulauf erhalten ist nicht zuletzt auf einen Generationenwechsel zurückzuführen: 1992 übernimmt Peter Wiedemann das Vorstandsruder von Dr. Otmar Huber und leitet einen Generationenwechsel ein, den sein Nachfolger Hanspeter Mair weiterführt. Dazu passt auch der nächste Meilenstein: Die Sektion eröffnet 1995 eine erste kleine Kletterhalle in der Lettenholzschule, die erste Kletterhalle im Isarwinkel überhaupt und von Beginn an ein Anziehungspunkt für alle Freunde der Vertikalen.

Mit mehr als 6.500 Mitgliedern ist die Sektion Tölz unter dem aktuellen Vorstand Paul Schenk der größte Verein im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen und bietet Kindern, Jugendlichen, Singles, Familien, Senioren und Junggebliebenen nicht nur ein buntes Kursangebot in den Bereichen Wandern, Klettern, Hochtouren und Mountainbike, sondern mit der Geschäftsstelle in der Tölzer Markstraße, der Tölzer Hütte am Schafreiter und dem Kletterzentrum Oberbayern Süd auch ein umfassendes Serviceangebot, alpine Ausflugsziele und umfassende Trainingsmöglichkeiten.

Für mehr als hundert Jahre ehrenamtlicher Tätigkeit und großer Verdienste um den Sport wurde die Sektion Tölz im Jahr 2017 dann auch mit der Sportplakette des Bundespräsidenten ausgezeichnet.